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2009-07 Brief der TiRS an die BUND Jugend BaWü über ihr Seminar im URIA Hof

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Im Sommer hat die BUND ein Seminar über "humane Tierhaltung" im URIA Hof organisiert.

Die TiRS hat darauf mit einem offenen Brief reagiert. Die Antwort der BUND-Jugend ist eine Blamage und spricht für sich selbst. Der Mythos des "Happy Meat" hat wieder zugeschlagen. Hinter einer täuschenden Fassade wird der Konsument für dumm gehalten. Es gibt noch einen anderen Weg, als den einer "sanften" Tierausbeutung: keine Tierausbeutung! Das wäre konsequenter Tierschutz, den der Verbraucher leicht versteht aber man muss das Kind beim Namen nennen! Niemand muss Fleisch essen, möge dies auch der BUND nicht weiter leugnen.

Dass der Bauer jedes seiner Tiere "EINZELN" kennt, spielt hierbei keine Rolle. Es hilft lediglich nur dem Bauern (und den Verbrauchern), Ihr Gewissen zu erleichtern. Die Tötung und der Verlust eines Angehörigen der Gruppe zerstört soziale Bindungen, der Schmerz der Trennung und des Verlustes bleibt. Kein Mensch hat dazu das Recht.

Die TIRS fordert weder "Schlachtboxen" noch "größere Käfige" - sondern Freiheit und Lebensrecht für alle fühlenden Lebewesen: auf dem URIA Hof & überall!

Die Antwort der BUND
Aktualisiert ( Sonntag, 13. Dezember 2009 um 10:35 Uhr ) Weiterlesen...
 

Lamartine - Tag der Jagd - Questions sur Dieu, le bonheur et l’éternité''

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LAMARTINE:
''Eines Tages hatte ich bei der Jagd einen englischen Übersetzungssband
des Sanskrits mitgenommen. Ein schuldloses und glückliches Reh sprang aus
Freude in die von dem Tau durchnässten Feldthymian am Rand eines Waldes.
Ich erspähte es ab und zu über die Halme der Erika, mit dem Horn stoßend,
den Strahl riechend, seinen lauen Pelz unter der Morgensonne erwärmend,
die junge Sprösse grasend, sich an seiner Einsamkeit erfreuten…
Ich war ein Jägersohn. Ich hatte noch nie über diesen brutalen Instinkt
des Mensches nachgedacht, der aus dem Tot eine Vergnügung macht und der
Leben beraubt, ohne Notwendigkeit, ohne Gerechtigkeit, ohne Erbarmen und
ohne Recht; Tiere, die, auf ihn das gleiche Jagd- und Totrecht hätten wenn
sie so unsensibel, so bewaffnet und so reißend in ihrem Spaß wären, wie
er. Mein Hund wachte, mein Gewehr war unter meiner Hand; ich behielt das
Reh im Visier meiner Flinte. Eine gewisse Reue, ein gewisses Zaudern
empfand ich ,ja, ein solches Leben, eine solche Freude,  eine solche
Unschuld in einem Wesen, das nie etwas böses gemacht hatte, das das
gleiche Licht, den gleichen Tau, die gleiche Frühwonne wie ich genoss ;
ein von dem gleichen Schicksal geschaffenes Sein, vielleicht von
unterschiedlichem Niveau, aber von der gleichen Empfindlichkeit und dem
gleichen Denken wie ich;  vielleicht von der gleichen Zuneigung und
Anverwandschaft wie ich selbst in diesem Wald; seinen Bruder suchend, von
seiner Mutter erwartet,  von seiner Gefährtin erhofft, von seinen Kleinen
gehört. Aber der mechanische Instinkt der Gewohnheit hat über die Natur,
deren Ermordung er widerstrebt, gesiegt. Der Schuss wurde abgegeben. Das
Reh fiel herunter, die Schulter  von der Kugel gebrochen, in seinem
Schmerz auf dem mit seinem Blut befleckten Gras vergebens hüpfend.
Nachdem der Rauch aufgelöst worden war, näherte ich mich blass werdend und
von meinem Verbrechen zitternd: das arme und liebreizende Tier war nicht
tot. Ich schaute es an, der Kopf hingelegt auf dem Gras, mit
tränengefüllten Augen. Ich werde nie diesen Blick vergessen, in welchem
das Erstaunen, der Schmerz, der unerwartete Tot so wiedergespiegelt
waren;dessen Gefühle menschlicherTiefe so vernehmbar waren wie Wörter:
weil wenn das Feuer in den Augen erlischt, diese beginnen, zu sprechen.
Dieser Blick sagte mir eindeutig, mit einem herzzereißendem Vorwurf meiner
grundlosen Grausamkeit: wer bist Du? Ich kenn Dich nicht; ich habe Dich
nie beleidigt; ich hätte Dich vielleicht geliebt. Warum hast Du mich
totgeschlagen? Warum hast Du mir meinen Teil von Licht, von Luft, von
Jugend, von Freude und von Leben entrissen? Was werden meine Mutter, meine
Brüder, meine Gefährtin werden, meine Kinder die auf mich in dem Strauch
warten und die von mir nur diese von dem Schuss verstreuten Haarbüsche und
diese Blutstropfen auf der Erika sehen werden? Gibt es da oben keinen
Rächenden für mich oder keinen Richter für Dich? Dennoch beschuldige ich
Dich und verzeihe ich Dir;
es gibt keine Wut in meinen Augen, da meine Art zart ist, sogar gegen
meinen Mörder. Es gibt nur Erstaunen, Schmerz, Tränen.
Das war wörtlich das, was mir der Blick des verletzten Rehs sagte. Ich
verstand ihn und beschuldige mich als ob es mit mir gesprochen hätte.
„Erlös mich von meinem Leiden“ schien es mir noch mal durch das Ächzen
seiner Augen und die zwecklosen Bewegungen seiner Körperglieder zu sagen.
Ich wollte ihn um jeden Preis heilen, ich nahm wieder aus Mitleid meine
Flinte und beendete wegschauend seine Agonie mit dem zweiten Schuß. Aus
Abscheu warf ich das Gewehr weit von mir weg und dieses Mal muss ich
zugeben, dass ich weinte. Mein Hund selbst ließ sich anscheinend
erweichen, er bewegte nicht die Leiche mit der Schnauze, stattdessen lag
er sich traurig neben mich hin.

Wir drei blieben in der Stille, wie in der Trauer des Totes. [...]



LAMARTINE, Questions sur Dieu, le bonheur et l’éternité''

Aktualisiert ( Donnerstag, 21. Mai 2009 um 14:10 Uhr )
 
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